
27.11.2011, 02:41 Read more...
18.01.2011, 14:39 Read more...
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Wenn es um die Unterdrückung religiöser Minderheiten geht, befindet sich China - zusammen mit Nord-Korea - an der Weltspitze auf der unrühmlichen Ranking-Liste. Das scheint aber unsere heimischen Politiker nicht zu stören. Hier sind zwei aktuelle Berichte:

Der Standard, 25. November 2011 08:08
http://mobil.derstandard.at/1319183758743/Exil-Parlamentschef-in-Oesterreich
Wien (APA) - Die "pragmatische Position" der politischen Führung
der Exil-Tibeter gegenüber China hat der Präsident des
exil-tibetischen Parlaments bei seinem Aufenthalt in Wien
unterstrichen. "Wir streben nach Autonomie, nicht nach
Unabhängigkeit", erklärte Penpa Tsering in einem Pressegespräch. Eine
Auflösung Chinas "wäre gefährlich für die ganze Welt", doch es sei
"an der Zeit, dass sich China Schritt für Schritt demokratisiert".
Der Volksrepublik, die auch bei ihren Nachbarn in Südostasien
"aggressiv" auftrete, "fehlt es an moralischer Macht".
Penpa Tsering, nach dem Dalai Lama, dem geistlichen Oberhaupt, und dem Regierungschef der drittwichtigste Repräsentant der in aller Welt verstreuten tibetischen Gemeinschaft, hält sich seit Mittwoch auf Einladung der Grünen zu Gesprächen in Wien auf. An einer Begegnung mit Parlamentariern nahmen nur Vertreter von Grünen und ÖVP teil. Die Tibet-Aktivistin Tseten Zöchbauer merkte an, sie sei "traurig" wegen der Kontaktverweigerung der SPÖ, namentlich von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ), in der Sache der Tibeter. "Es ist auch wichtig, was die Davids zu sagen haben, nicht nur die Goliaths", sagte sie mit Blick auf China.
Am Donnerstag führte der tibetische Exil-Parlamentspräsident auch Gespräche im Außenministerium, wo er mit dem Leiter der Menschenrechtsabteilung zusammentraf. "Interessante Fragen, auch im geopolitischen Kontext", seien erörtert worden, sagte Penpa Tsering zur APA. Im Mediengespräch erklärte er, Tibet habe Jahrhunderte lang einen "Puffer" zwischen den Regionalmächten China und Indien gebildet. Tibet könnte "eine Brücke" sein. Heute fordern die Tibeter keine Abtrennung von China, "doch wir haben oft den Eindruck, die Chinesen wollen Separatisten aus uns machen", spielte er auf die Zurückweisung aller tibetischen Lösungsvorschläge an.
Penpa Tsering will den Dialog
"Auf keinen Fall wollen wir China schaden", betonte Penpa Tsering.
"Wir sind interessiert an Vertrauensbildung und Dialog." Doch durch
die negativen Reaktionen Pekings vor allem gegenüber der anerkannten
Persönlichkeit des Dalai Lama "ist China unser bester PR-Agent",
meinte er. Allerdings sei bedauerlich, dass die Welt kaum auf die
verzweifelten Selbstverbrennungen tibetischer Mönche reagierte. Die
Pekinger Führung schiebe dem Dalai Lama die Schuld an allem zu. "Doch
die aufgeklärten, intelligenten Chinesen sehen in ihm den Schüssel
für eine Lösung."
Was
die Nachfolge des religiösen Oberhaupts der Tibeter betrifft,
so ist laut Penpa Tsering die Position des Dalai Lama klar. Wenn die
Chinesen ihn nicht nach Tibet zurückkehren lassen, so werde die
Reinkarnation, also sein Nachfolger, aus einem freien Land kommen.
"China hofft, dass mit dem Dalai Lama die Causa Tibet stirbt." Doch
dieser erfreue sich bester Gesundheit. "Es besteht Hoffnung, dass er
die chinesische KP überlebt", so der tibetische Parlamentschef
lakonisch. Er erinnerte daran, dass der - von China eingesetzte -
Panchen Lama, die zweithöchste buddhistische Autorität der Tibeter,
vor kurzem in einer tibetisch besiedelten Region von der Bevölkerung
nicht empfangen wurde.
Penpa Tsering, der in Indien im Exil aufwuchs, zeichnete ein beunruhigendes Bild über die Entwicklung in seiner Heimat Tibet. "Die demografische Aggression", die massive Einwanderung von Han-Chinesen, bewirke "eine Okkupation vor allem der Städte, wo sie Geld machen können". Hand in Hand damit gingen Bestrebungen, die tibetische Bevölkerung zu assimilieren. Der Verlust der tibetischen Sprache drohe, denn China fördere massiv Mandarin - auch in anderen Gebieten der Volksrepublik, wo Minderheiten leben. Klöster würden geschlossen, Mönche zur Umerziehung fortgebracht. Die Bewegungsfreiheit der Lamas werde unterbunden.
China nütze Tibets Ressourcen aus
Besonders bedroht sieht der tibetische Politiker das ökologische Gleichgewicht. Zu 60 Prozent ist Tibet Grasland. Ein großer Teil der nomadischen Bevölkerung werde in kompakte Siedlungen transferiert, der Staat reklamiere das Weideland, baue große Infrastrukturprojekte, von denen die heimische Bevölkerung kaum profitiere. Die Entvölkerung ländlicher Gebiete gefährde Mensch und Natur. Die Nomaden, die keinen anderen Beruf gelernt haben, werden sozial entwurzelt. Die Umweltveränderungen auf dem tibetischen Plateau gefährden auch die Nachbarstaaten, so Penpa Tsering. Zudem beute China die Ressourcen Tibets aus. Peking habe zugegeben, dass der Eisenbahnbau von Chengdu nach Lhasa "eine politische Entscheidung" war.
Auf se
iner Europa-Reise will der Politiker die Positionen in der
Tibet-Frage ausloten. Er besucht auch die Niederlande, die EU in
Brüssel und Italien. In Österreich gebe es "viel Sympathien, aber
keine Position" zu Tibet, meinte er. Die Selbstverbrennungen in Tibet
seien Ausdruck von Verzweiflung und Frustration. Die Grüne
Europa-Abgeordnete Eva Lichtenberger erinnerte an eine
parteiübergreifende Initiative im Straßburger Parlament. Ihre Grüne
Parteikollegin Madeleine Petrovic kann sich angesichts der
Berührungsängste der SPÖ des Eindrucks nicht erwehren, dass China
Druck auf das österreichische Parlament ausübe.
Penpa Tsering, 2011 nach weltweiten Wahlen in seinem Amt
bestätigt, repräsentiert neben dem erst 36-jährigen
Minist
erpräsidenten Lobsang Sangay, einem Juristen mit
Harvard-Studien, die neue Führungsgarnitur der Exil-Tibeter.
Zöchbauer, Chefin von SOS Tibet Austria, freut sich über die junge
Politikergeneration, die jetzt am Ruder ist - "bestens ausgebildet,
in demokratischen Verhältnissen im Westen aufgewachsen, zielbewusst".
Ihre Conclusio: "Die tibetische Bewegung ist motivierter denn je." In
Tibet, das 30 Mal größer ist als Österreich, leben rund 5,5 Mio.
Tibeter; in Indien etwa 100.000, in Nepal und in Nordamerika je
20.000, in Europa bis zu 10.000. Die tibetische Community in
Österreich zählt circa 280 Mitglieder. (APA), (Fotos: FOREF)
Lesen Sie auch den aktuellen FOREF Kommentar zu diesem Thema (Link): Aufträge statt Menschenrechte?

FOREF- Wien, 25.11.2011 -Nur wenige Wochen nach dem Wien-Besuch des chinesischen
Führers Hu Jintao besuchte gestern auch der Parlamentspräsident der tibetischen
Exilregierung in Delhi, Penpa Tsering, die Bundeshauptstadt. Nach Gesprächen
mit Parlamentariern der Grünen und der ÖVP – die SPÖ hatte jedweden Versuch der
Kontaktaufnahme zurückgewiesen – kam es am Donnerstag zu einem Gespräch des
drittwichtigsten Vertreters der Tibeter mit Pressevertretern in der Gallery
HeART of TIBET in der Wiener Innenstadt. Begleitet wurde Tsering von der Grünen
Europa-Abgeordneten Eva Lichtenberger, der ehemaligen Grünen Bundessprecherin
Madeleine Petrovic und der Vorsitzenden von SOS Tibet Austria, Tseten
Zöchbauer.
Gleich zu Beginn verlieh Zöchbauer ihrer tiefen Enttäuschung über die abweisende Haltung Ausdruck, welche viele österreichische Abgeordnete der Sache Tibets entgegenbringen.
Besonders erschüttert zeigte sie sich von der kalten Zurückweisung seitens der SPÖ - vor allem von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Zöchbauer bedauert, dass die Sache der Kommunisten offensichtlich wichtiger genommen würde als die des tibetischen Volkes.
So sei es in Österreich, im Gegensatz zu anderen Ländern, noch nicht zur Bildung einer überparteilichen Arbeitsgruppe zum Thema Tibet gekommen.
Petrovic: „Ungerechtfertigte Angst der Sozialdemokratie“
Madeleine Petrovic sieht den Grund für die kalte Abweisung seitens der SP-Fraktion in einer „ungerechtfertigten Angst“ der Sozialdemokratie vor der Volksrepublik China. Sozialdemokratische Parteien würden nie in Kontakt mit Vertretern Tibets treten, so Petrovic.
China übe diesbezüglich einen großen Druck auf die österreichische Politik aus. So würde Peking versuchen, andere Länder davon zu überzeugen, Tibet sei „verstaubt und altmodisch“. Doch sei es wohl China, welches „verstaubter“ und „altmodischer“ ist, wenn es die Meinungsfreiheit auch in anderen Ländern einzuschränken versuche.
„Wir respektieren die Regierung Chinas,“ so Petrovic, „doch muss diese auch unsere Tradition der Menschenrechte respektieren.“
Tsering: Selbstverbrennungen das Ergebnis der chinesischen Politik in Tibet
Penpa Tsering, 2011 vom tibetischen Volk frei zum Parlamentspräsidenten gewählt, betonte, er sei Abweisung durch Politiker gewohnt. Jedoch bedauere er, dass viele Staaten von China sosehr eingeschüchtert seien, dass sie es nicht einmal wagen, Tibet auch nur verbal zu unterstützen.
In der Selbstverbrennung tibetischer Mönche und Nonnen sieht Tsering den Ausdruck tiefster Verzweiflung. Er vermutet, dass die Aktionen der Chinesen in Tibet diese Menschen dazu treiben, der Welt ihr Leid auf diese extreme Weise zu zeigen.
Die Han-Chinesen, die in Scharen nach Tibet strömen, hätten vor allem Interesse daran, Geschäfte zu machen. Klöster würden nur renoviert um sie zu Touristenattraktionen umzuformen. Mönche würden gezwungen, den Dalai Lama zu verleugnen. Auch bestehe für sie grundsätzlich keine Reisefreiheit.
Die chinesische Regierung arbeite darauf hin, die Identität der Tibeter vollkommen auszulöschen, so Tsering. Der Versuch, Mandarin zur einzigen Sprache der Volksrepublik zu machen, sei ein Hinweis darauf – denn viele Eigenheiten buddhistischen Glaubens können nur in der tibetischen Sprache ausgedrückt werden, die mit dem Chinesischen nicht verwandt ist. Dadurch soll die tibetische Kultur gezielt vernichtet werden.
„Die chinesische Regierung denkt, dass Weiterentwicklung das Wichtigste ist.“ so Tsering. Peking investiere zwar sehr viel Geld in Tibet, jedoch würden die Mittel den Tibetern nicht zugute kommen, sondern nur für das Militär und den Ausbau der Infrastruktur verwendet werden. Viele Gebiete Tibets wurden in andere chinesische Provinzen eingegliedert, so dass die Tibeter dort nun die Minderheit bilden. Die Nomaden des weitläufigen Graslandes siedelte man in Städten an, das Land selbst unterteilte die Regierung nach der Art kommunistischer Kollektivierung in Parzellen und grenzte es mit Zäunen ab. Dies wirke sich aber auch auf die Tierwelt und in letzter Konsequenz auf das Klima aus.
„Wenn die Tibeter nicht innerhalb der nächsten 30 Jahre zurückkehren“, prophezeit Tsering, „wird Tibet von Han-Chinesen überflutet sein, und die Tibeter werden enden wie die Aboriginies in Australien.“
Die chinesische Regierung täte gut daran, auf die alteingesessenen Bewohner Tibets zu hören, die wissen, wie man mit der Natur ihres Landes umzugehen habe. Jedoch herrscht in Tibet – wie in ganz China – keine Gedanken-, Rede-, Meinungs- oder Religionsfreiheit. Wer Einfluss auf die Gesellschaft nehmen will, muss mit Verhaftung rechnen.
Chinesische Regierung gibt Dalai Lama die Schuld an Unruhen in Tibet
Die chinesischen Politker glauben, „wenn sie eine Lüge hundert mal sagen, wird sie wahr.“, so Penpa Tsering zur Anschuldigung seitens Chinas, der Dalai Lama trage die Schuld an den Selbstverbrennungen und Unruhen in Tibet. Jedoch haben diese Aktionen weder etwas mit dem geistigen Oberhaupt noch der Exilregierung Tibets zu tun. Die chinesische Regierung mache einfach für alle Probleme in Tibet den Dalai Lama verantwortlich, so Tsering. Dieser habe sich jedoch aus der Politik zurückgezogen und die politische Führung der Tibeter abgegeben.
Auf die Frage, ob die Reinkarnation des Dalai Lama eher in Tibet oder unter den Exil-Tibetern zu erwarten sei, meint Tsering, der Dalai Lama müsse in ein freies Land wiedergeboren werden. Sollte der aktuelle Dalai Lama nicht mehr die Möglichkeit haben, zu Lebzeiten nach Tibet zurückzukehren, würde seine Reinkarnation sicherlich unter den Exil-Tibetern stattfinden. Dies würde jedoch eine Tiefe Wunde ins Herz Tibets reißen.
Autonomie, nicht Unabhängigkeit
Dennoch betont Penpa Tsering auch, dass die Tibetische Exilregierung nicht die Unabhängigkeit von China fordere, sondern lediglich die Autonomie, die zugesagt wurde.
Ein Ziel sei es, Asien nach europäischem Vorbild zu einen. Eine Schwächung oder Zersplitterung Chinas wäre nicht vorteilhaft für die Welt, so Tsering. Die Tibet-Bewegung wolle jedoch eine Demokratisierung Chinas anregen. China fehle zurzeit die „moralische Kraft“.
Auch würde es in der Zukunft wahrscheinlich zu einem bewaffneten Konflikt zwischen China und einer Allianz asiatischer Staaten kommen, wenn die Volksrepublik mit ihrer aggressiven Politik fortfährt. Die Lösung der Tibet-Frage würde hingegen für mehr Frieden in der Region sorgen. Tibet habe, zusammen mit Nepal und Bhutan, aufgrund seiner geographischen Lage seit jeher einen bewaffneten Konflikt zwischen den beiden Milliardenstaaten China und Indien verhindert. Eine Schwächung Chinas würde die Regierung in Peking sicherlich dazu treiben, mit einem der Nachbarstaaten einen Krieg zu beginnen, um den inneren Zusammenhalt Chinas wiederherzustellen.
Auch die Vereinten Nationen keine große Hilfe
Auf die Frage nach der Zusammenarbeit Tibets mit den Vereinten Nationen bezeichnet Penpa Tsering die Vereinten Nationen als einen Körper ohne Arme und Beine. Zwar würden Resolutionen bezüglich der Tibet-Frage verabschiedet – aber ausgeführt werden sie nicht.
In Genf und Südkorea seien für diese Angelegenheit Arbeitsgruppen ins Leben gerufen worden, die jedoch nur unter der Bedingung agieren dürfen, dass ihre Ergebnisse nicht mit China in Verbindung gebracht würden. Sechs verschiedene Arbeitsgruppen arbeiten zurzeit an der Sache, darunter auch eine zum Thema Religionsfreiheit.
Parlamentspräsident Tsering hofft, dass der UN-Sicherheitsrat demokratischer würde. Er sagt jedoch voraus, dass dies nie geschehen wird.
Maximilian Neufeldt
Fotos: FOREF
FOREF Europa: Digitale Pressemappe (APA)
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Reply #10 on : Mon May 21, 2012, 07:51:59
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Reply #9 on : Mon May 21, 2012, 02:44:54
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Reply #8 on : Sun May 20, 2012, 13:30:00
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Reply #7 on : Sat March 31, 2012, 05:38:00